Kompressionstherapie
Die Kompressionstherapie erfolgt in der Regel mit Kompressionsstrümpfen, die einen besonderen Druckverlauf von unten nach oben aufweisen. Diese Strümpfe üben einen medizinisch wirksamen Druck auf die Venen aus, wodurch die Durchblutung gefördert und die Muskulatur aktiviert werden kann.
Kompressionsstrümpfe, die im Rundstrickverfahren hergestellt werden, sind in verschiedenen Modellen, Farben und Ausführungen erhältlich. Sie dienen der Vorbeugung von leichteren Venenbeschwerden und der Rehabilitation. Bei schwereren Venen-, Lymph- oder Lipödem-Erkrankungen können flachgestrickte Kompressionsstrümpfe einen ergänzenden Therapiebaustein darstellen – immer in enger Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt.
Die Vermessung der Beine erfolgt bei Werne Orthopädie mit einer berührungslosen 3D-Scan-Technik. Lassen Sie sich jetzt beraten unter der 07751 910520!
Kompressionsstrümpfe werden bei unterschiedlichen medizinischen Indikationen empfohlen. Beispielsweise sind das:
Erkrankungen des Venensystems:
- Varikose (Krampfadern): Erweiterte Venen in den Beinen mit Neigung zu Schwellungen und „schweren Beinen“ (z. B. auch Schwangerschaftsvarizen). Kompressionsstrümpfe mindern den venösen Rückstau, unterstützen die Venenklappen und lindern Symptome, wodurch einer Verschlimmerung vorgebeugt wird
- Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Chronische Venenschwäche mit defekten Venenklappen, was zu Ödemen und Hautveränderungen (Stauungsdermatitis) führt. Kompression ist hier Basistherapie in allen Stadien – der äußere Druck verbessert den Rückfluss, senkt den erhöhten Venendruck und beugt Komplikationen wie Unterschenkelgeschwüren vor.
- Tiefe Beinvenenthrombose (TVT): Akuter Verschluss einer tiefen Vene (meist im Bein) durch ein Blutgerinnsel, was Schwellung und Schmerzen verursacht. Medizinische Kompressionsstrümpfe werden zur Behandlung eingesetzt, da sie die Fließgeschwindigkeit des Blutes steigern und den Abbau des Gerinnsels fördern – so lassen sich Schmerzen lindern und Folgeschäden wie ein postthrombotisches Syndrom reduzieren.
- Thromboseprophylaxe: Zur Vorbeugung einer TVT bei immobilen oder risikobehafteten Patienten (etwa nach Operationen oder auf langen Reisen) können Kompressionsstrümpfe verordnet werden. Der kontrollierte Druck von außen verhindert Blutstau in den Beinvenen und verringert so das Thromboserisiko deutlich.
- Postthrombotisches Syndrom: Chronisches Beschwerdebild nach durchgemachter TVT (dauerhafte Venenschäden mit Beinödemen, Hautverfärbungen bis zu Ulcera). Durch konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen wird der venöse Rückstrom verbessert und Ödeme gehen zurück, was Schmerzen lindert und das Risiko von offenen Beinen senkt.
- Ulcus cruris venosum („offenes Bein“): Schlecht heilendes Unterschenkelgeschwür infolge chronischer Veneninsuffizienz. Kompression ist essenziell, um den venösen Druck und die Schwellung um das Geschwür herum zu senken – das fördert die Wundheilung und verhindert ein weiteres Anschwellen des Gewebes.
- Oberflächliche Venenentzündung (Varikophlebitis): Thrombose/Entzündung einer oberflächlichen Vene (oft einer Krampfader), erkennbar durch Rötung und Schmerz entlang der Vene. Kompressionsstrümpfe unterstützen den Blutabfluss im betroffenen Venenabschnitt und lindern Beschwerden; sie beschleunigen das Abklingen der Entzündung und verhindern eine Ausbreitung der Thrombose.
Lymphatische Erkrankungen und Ödeme:
- Lymphödem: Chronische Stauung von Lymphflüssigkeit in Arm oder Bein (z. B. nach Lymphknotenentfernung oder bei angeborener Lymphinsuffizienz), was zu starker Schwellung führt. Durch den kontinuierlichen Druck der Kompressionsversorgung wird der Abfluss der Lymphe gefördert und weiterer Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe verringert – die Schwellung geht zurück.
- Lipödem: Schmerzhafte Fettverteilungsstörung (symmetrische Fettansammlung an Beinen/Hüften) mit Neigung zu Ödemen und Druckempfindlichkeit. Kompressionsstrümpfe können hier das Anschwellen des Gewebes mindern und Schmerzen lindern; insbesondere nach operativer Fettabsaugung (Liposuktion) bei Lipödem-Patientinnen wird die Kompressionstherapie fortgeführt, um den Behandlungserfolg zu sichern.
- Ödeme in der Schwangerschaft: Hormonelle Umstellungen und der wachsende Uterus führen bei vielen Schwangeren zu Wassereinlagerungen in den Beinen (Schwellungen, schwere Beine). Kompressionsstrümpfe helfen, den venösen Rückfluss zu verbessern und Flüssigkeitsansammlungen abzubauen, wodurch diese Beschwerden gelindert werden.
- Schwellungen nach Operationen oder bei Immobilisation: Ödeme können auch nach größeren Operationen oder bei längerer Bewegungsunfähigkeit (etwa gelähmte Extremitäten) auftreten, da die „Muskelpumpe“ fehlt. Medizinische Kompression unterstützt in solchen Fällen den venösen Rückstrom und wirkt der Flüssigkeitsansammlung im Gewebe entgegen, um Schwellungen schneller zu beseitigen.
Weitere Indikationen:
- Orthostatische Hypotonie: Blutdruckabfall beim Aufrichten (z. B. bei autonomer Dysregulation oder Kreislaufschwäche), der Schwindel oder Ohnmacht auslösen kann. Kompressionsstrümpfe (oft bis zur Hüfte reichend) vermindern das Versacken des Blutes in den Beinvenen und unterstützen den Kreislauf, wodurch einem Absinken des Blutdrucks entgegengewirkt wird.
- Narbenbehandlung nach Verbrennungen: Tiefgreifende Verbrennungsverletzungen heilen häufig mit überschießender Narbenbildung (hypertrophe Narben, Keloide). Spezielle Kompressionskleidung übt auf die abgeheilte Wunde gleichmäßigen Druck aus und verhindert so einen übermäßigen, unorganisierten Gewebeumbau – die Narben bleiben flacher und unauffälliger.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Facharzt.
